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Muʿāwiya b. Abī Sufyān – Eine sunnitische Darstellung seiner Person, seiner Geschichte und seiner Herrschaft

Von: Matthias B. Schmidt
Freitag, 27 Juni, 2014 | In: Persönlichkeiten

Inhalt

1. Einführung.

2. Muʿāwiya als Person.

2.1. Muʿāwiyas Abstammung sowie sein Leben bis zur Konversion.

2.2. Muʿāwiyas Leben als Muslim und seine Stellung innerhalb der Prophetengefährten.

3. Muʿāwiya als Statthalter von aš-Šām..

3.1. Militärische Errungenschaften und Eroberungen.

3.2. Die Schlacht von Ṣiffīn und al-Ḥasan b. ʿĀlī 

4. Muʿāwiya als Kalif. 

4.1. Militärische Errungenschaften während seiner Herrschaft 

4.2. Bemerkenswertes, Entwicklungen und Errungenschaften während seiner Amtszeit 

4.2.a. Keine autokratischen Zentralisierung. 

4.2.b. Eroberung und Reichsausdehnung. 

4.2.c. Muʿāwiyas Regelung seiner Nachfolge. 

4.3. Muʿāwiyas Tod. 

5. Fazit und Schlusswort 

Verwendete Literatur

1. Einführung

Muʿāwiya b. Abi Sufyān ist Gegenstand immer wiederkehrender Diskussionen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft. Während diesen oft emotionalen Disputen wird die Geschichte der historischen Person Muʿāwiya, seine Führungsqualität, seine Errungenschaften und seine politische Finesse oft vergessen oder gar willentlich missachtet.

In dieser Arbeit wird Muʿāwiya b. Abī Sufyān, seine Herkunft, sein Werdegang und Teilaspekte seiner Herrschaft aus sunnitisch-orthodoxer Sicht[1] behandelt, da eine Miteinbeziehung der schiitischen Sichtweise den Rahmen einer Hausarbeit sprengen würde. Zuerst wird auf seine Abstammung und sein Leben bis zur Statthalterschaft in aš-Šām[2] eingegangen sowie auf seine Stellung innerhalb der Prophetengefährten, hiernach auf die Periode seiner Statthalterschaft, mit Augenmerk auf seinen Herrschaftsstil, seine Errungenschaften und auf die Schlacht von Ṣiffīn. Dem folgt eine Abhandlung seiner Zeit als alleiniger Kalif und Fürst der Gläubigen [amīr al-muʾminīn], welche besonders wichtige Begebenheiten dieser Zeit erwähnt sowie einige besonders bemerkenswerte Entwicklungen und Errungenschaften während seiner Amtszeit.

Als Quelle wird einschlägige, größtenteils islamische Fachliteratur herangezogen, deren normative Gültigkeit innerhalb der sunnitischen Orthodoxie sowie deren historisches Gewicht und normative Gültigkeit aufgrund der Kürze dieser Arbeit nicht argumentativ belegt werden kann. Widersprüchliche schiitische Quellen und Geschichtsbücher bleiben unberücksichtigt. Arabische oder islamische Termini werden bei erstmaliger Verwendung jeweils mit einer Fußnote kurz erläutert, an mancher Stelle wird zur besseren Nachvollziehbarkeit komplexer Sachverhalte auf Literatur verwiesen. Jahreszahlen wurden vom Autor stets in die gregorianische Zeitrechnung konvertiert, wo sinnvoll wird das Jahr nach islamischer Zeitrechnung in Fußnoten angegeben.

2. Muʿāwiya als Person

Um Muʿāwiya b. Abī Sufyān als historische Person verstehen zu können, ist es wichtig über seine Herkunft sowie die arabische Welt und Stammesgesellschaft seiner Zeit Bescheid zu wissen, da er andernfalls kaum korrekt historisch kontextualisiert werden kann.[3]

2.1. Muʿāwiyas Abstammung sowie sein Leben bis zur Konversion

Muʿāwiya war der Sohn von Abū Sufyān Saḫr b. Ḥarb und seiner Ehefrau Hind b. ʿUtbah b. Rabīʿ b. ʿAbd Šams.[4] Er war somit vom Stamme der Banū ʾUmayyah[5] und Spross einer der führenden Händlerfamilien Mekkas. Von der gleichen Mutter hatte er drei Geschwister, Hanzalah, Ǧuwayriyah und Umm al-Ḥakam. Seine Halbschwester Ramlah bt. Abī Sufyān, auch bekannt als Umm Ḥabībah ehelichte später den Gottesgesandten, was ihn selbst zu seinem Schwager machte, weswegen er manchmal auch als „Onkel der Gläubigen“ bezeichnet wird.[6]

Laut Najeebabadi wurde Muʿāwiya 17 Jahre vor der Auswanderung des Propheten nach Medina geboren, was ihn sechs Jahre jünger macht, als ʿĀlī b. Abū Ṭālib.[7] Bewley schreibt, dass er fünf Jahre vor der ersten Offenbarung des Gottesgesandten das Licht der Welt erblickte.[8] Er wuchs in Obhut seines Vaters, welcher ein einflussreicher Qurayšite und Händler war, heran und kannte den Propheten seit Kindertagen. Die Eltern Muʿāwiyas waren dem Islam anfänglich sehr feindlich gesinnt[9], wobei dies wohl eher aus Furcht vor Verlust gesellschaftlichen Ansehens und Einflusses der Fall war und weniger aus der Ablehnung der islamischen Lehre oder des Propheten Muḥammad erwuchs.[10]

Nach der Eroberung Mekkas konvertierten Abū Sufyān, Hind, Muʿāwiya und dessen älterer Bruder Yazīd zum Islam.[11] Muʿāwiya war zu jenem Zeitpunkt 25 Jahre alt und verblieb mit dem Propheten bis zu dessen Verscheiden.[12] Muḥammad b. Saʿd [784-845] datiert seine Konversion in seinem kitāb aṭ-ṭabaqāt al-kabīr auf das Jahr des Friedenschlusses zu Ḥudaybiyah [628]. Hiernach soll Muʿāwiya seinen Glauben bis zur Eroberung Mekkas vor seinem Vater versteckt haben, weil eine Auswanderung nach jenem Vertrag nutzlos gewesen wäre, da eine Bedingung jenes Friedensabkommens besagte, dass die Medinenser einen jeden konvertierten Mekkaner, der zu ihnen floh, zurückschicken würden.[13]

Bereits zur Eroberung Mekkas zeichnet sich die in Zukunft wichtige Stellung der Umayyaden ab. Der Prophet erklärt das Haus Abū Sufyāns zu einem gleichwertigen Zufluchtsort wie die Kaʿba und bestätigt seine Führerschaft im Stamme der Qurayš.[14]

Es wird überliefert, dass Muʿāwiya selbst über seine Jugend sagte: „Ich hatte eine aufregende Jugend, obgleich ich Streitigkeiten, Liederlichkeit und unkeusche Sprache mied.[15] Ferner heißt es, dass er den Wein bereits vor dem islamischen Verbot ebenso wie die Musik mied, da Gesang zu jener Zeit oft mit Alkoholkonsum und Prostitution einherging.[16]

2.2. Muʿāwiyas Leben als Muslim und seine Stellung innerhalb der Prophetengefährten

Muʿāwiya wurde nach der Eroberung Mekkas vom Propheten auf die Bitte Abū Sufyāns hin[17] als Schreiber angestellt, da er des Lesens und Schreibens kundig war.  Er hatte Botengänge zu erledigen, verfasste Briefe an die umliegenden Stämme und schrieb die Offenbarung nieder.[18] Dieses Amt kann durchaus als Vertrauensbeweis des Gottesgesandten aufgefasst werden. Ferner empfing er Gesandtschaften und hatte sich während ihres Verbleibs um ihr Wohlergehen zu sorgen.[19]

Muʿāwiya nahm an vielen Schlachten, unter anderem der Schlacht von Yarmūk, teil und erwies sich als brillanter Stratege und Taktiker. Unter seinem Oberbefehl wurden unter anderem Cäsarea[20] und Tripolis eingenommen.[21]

Während Abū Bakrs Kalifat wurden vier Armeen entsandt, um aš-Šām zu erobern. Eine dieser Armeen wurde von Muʿāwiyas Bruder Yazīd angeführt, er selbst war zweiter Befehlshaber und führte die Vorhut während der Eroberungen.[22] Nach der Eroberung setzte ihn bereits der zweite Kalif ʿUmar als Statthalter eines Teiles der Levante ein.[23]

Muʿāwiya überlieferte 163 von den Prophetengefährten akzeptierte Aussprüche des Gottesgesandten.[24] In der einschlägigen Literatur finden sich diverse Bittgebete des Gottesgesandten für ihn sowie Lob bezüglich seiner Person.[25] Bei at-Tirmiḏī findet sich beispielsweise folgendes Bittgebet:

„O Allāh, mach ihn zu einem rechtgeleiteten Führer und leite andere durch ihn! Leite ihn!“[26]

Ferner erhielt er vom Gottesgesandten folgenden Ratschlag: „Wenn du herrscht, so herrsche gut!“[27]

Er selbst überlieferte Aḥadīṯ von Abū Bakr, ʿUmar, ʿUṯmān und seiner Schwester Umm Ḥabībah. Viele Prophetengefährten überlieferten von ihm, unter anderen: ʿAbd Allāh b. ʿAbbās, ʿAbd Allāh b. az-Zubayr, Marwān b. al-Ḥakam und Saʿīd b. al-Musayyib.[28]

3. Muʿāwiya als Statthalter von aš-Šām

Nach dem Tode seines Bruders Yazīd im Jahre 639 setzte der zweite Kalif ʿUmar Muʿāwiya  im Jahre 637[29] als Statthalter über Syrien ein und unterstellte sämtliche Provinzen aš-Šāms seiner Obhut. Das Richteramt [Qādī] übertrug er in Damaskus Abū Dardāʾ und in Homs und Chalkis[30] ʿUbāda b. aṣ-Ṣāmit. [31] Auch der dritte Kalif ʿUṯmān hielt Muʿāwiya in seinem Amt.[32]

Muʿāwiya verblieb für zwei Jahrzehnte Statthalter von aš-Šām, was für seine außerordentlichen Führungsqualitäten spricht, da er während dieser Zeit von keinem der beiden Kalifen[33] für seinen Führungsstil getadelt wurde.[34] Auch von seinen Zeitgenossen wurde er hoch geschätzt, so sagte beispielsweise az-Zuhrī [gest. 741]: „Muʿāwiya handelte (in Syrien) über einen Zeitraum von zwei Jahren, so wie ʿUmar gehandelt hätte, ohne irgendetwas zu verändern.“[35] Muʿāwiya selbst sagte über den Stil seiner Herrschaft, dass er versucht habe Abū Bakr und ʿUṯmān in ihrem Führungsstil bestmöglich nachzuahmen.[36] Als er aber erkannt habe, dass die Umstände in Damaskus anders waren als in Medina, modifizierte er seinen Führungsstil dementsprechend.[37] Seine Provinz war im Vergleich zu Medina oder Kufa stets friedlich und es kam nie zum Aufstand.[38]

3.1. Militärische Errungenschaften und Eroberungen

Während der Statthalterschaft Muʿāwiyas wuchs die Armee seiner Provinz zu einer stattlichen Streitmacht heran. Er wählte die fähigsten Heerführer eines jeden Stammes und kümmerte sich persönlich um Wohlergehen und Ausstattung seiner Truppen. Im Jahrestakt führte er Expeditionen und Feldzüge gegen das byzantinische Reich durch, wodurch den Feind beständig bedrängte und seine eigene, nördliche Grenze schützte. Des Weiteren eroberte er im Jahre 640[39] Cäsarea[40] nach siebenjährigem Widerstand und beendete somit die byzantinische Präsenz in aš-Šām.[41]

Bereits den zweiten Kalifen ʿUmar bat er um Erlaubnis eine Seeflotte errichten zu dürfen, um ins Mittelmeer zu expandieren, doch erst dessen Nachfolger ʿUṯmān erlaubte dies nach zweimaliger Bitte und der Bedingung, dass er seine Ehefrau mit auf die Expedition zu nehmen habe. Im Jahre 648 oder 649[42] brach er mit seinem Heer nach Rhodos und Zypern auf und führte somit die erste muslimische Seeflotte an. Zypern kapitulierte unter Bedingungen, brach den Vertrag jedoch bereits im Jahre 652[43] und verbündete sich mit Byzanz. Hierauf griff Muʿāwiya im Folgejahr die Insel mit 500 Schiffen an, unterwarf sie gewaltsam, siedelte dort Muslime an und ließ Moscheen bauen.[44]

3.2. Die Schlacht von Ṣiffīn und al-Ḥasan b. ʿĀlī

Nach der Ermordung des dritten Kalifen ʿUṯmāns entbrennt ein Bürgerkrieg zwischen dessen Nachfolger, ʿĀlī b. Abū Ṭālib, welcher die Mörder aufgrund innenpolitischer Schwäche zunächst nicht richten will und kann, sowie jenen, welche Sühne für das Blut ʿUṯmāns und Verurteilung der Mörder fordern. Die Aufstände ziehen sich durch die gesamte Regentschaftszeit ʿĀlī b. Abū Ṭālibs. Im Jahre 656[45] siegt ʿĀlī in der Kamelschlacht über ʿĀʾišah, Zubayr und Ṭalḥah.[46]

ʿĀlīs Unfähigkeit, die Mörder zu strafen, und Muʿāwiyas Weigerung, ihm unter diesen Umständen den Treueid zu leisten und ihn somit als rechtmäßigen Kalifen anzuerkennen, zwingen ʿĀlī seine Truppen nach der Kamelschlacht[47] gegen Muʿāwiya ins Feld zu führen, da jener all seine friedlichen Angebote ignorierte oder ausschlug[48] und laut aṣ-Ṣuyūṭī ihm entgegenmarschierte.[49] Die beiden Armeen trafen im Sommer 657 am Ufer des Euphrat bei Ṣiffīn[50]  aufeinander, lagerten dort über 100 Tage und lieferten sich eine Reihe von Gefechten, wobei jedoch die Zeit mehrheitlich mit Verhandlungen verging.[51] Zu den Truppenstärken findet man stark divergierende Angaben, laut Bewley sind sich die Historiker einig, dass Muʿāwiyas Armee 70.000 Mann stark war, ʿĀlīs Armee soll zwischen 100 und 220.000 Soldaten umfasst haben. Sie merkt an, dass man sich nicht von den bloßen Zahlen täuschen lassen solle, da die Armee Muʿāwiyas ein stehendes Heer war, wohingegen ʿĀlīs Truppen eher einem losen Truppenverband glichen.[52] Beendet wurde die Schlacht schließlich dadurch, dass die Truppen Muʿāwiyas auf Anraten von ʿAmr b. al-ʿĀs nach drei Tagen erbitterten Kampfes Seiten aus dem Koran[53] an ihre Speere und Lanzen hefteten, woraufhin die irakische Armee ʿĀlīs den Kampf einstellte.[54] Sowohl ʿĀlī als auch Muʿāwiya einigten sich auf ein Schiedsgericht[55], dessen Entscheidungen aber wirkungslos blieben, da die Ḫawāriǧ[56], welche auf ʿĀlīs Seite kämpften, dies als Blasphemie erachteten und ʿĀlī den Islam absprachen. Infolgedessen war ʿĀlī hiernach mit der Verfolgung der Ḫawāriǧ im Irak beschäftigt und konnte zu einem wichtigen Treffen des Schiedsgerichtes nicht erscheinen.[57] Nach der Schlacht von Ṣiffīn herrschte Muʿāwiya über Großsyrien und Ägypten, ʿĀlī über den Irak und den Iran.[58] Der ganze Konflikt entspannte sich erst nach der Ermordung ʿĀlīs durch die Ḫawāriǧ. Jene entsandten drei Attentäter, ʿAbd ar-Raḥmān b. Mulǧam für ʿĀlī, al-Burāk b. ʿAbd Allāh für Muʿāwiya und ʿAmr b. Bakr für ʿAmr b. al-ʿĀs[59], welche alle drei Persönlichkeiten an einem bestimmten Freitag im Ramaḍān des Jahres 661[60] zum Morgengebet meucheln sollten. ʿAmr b. al-ʿĀs entkam dem Anschlag unversehrt, da sein Stellvertreter an seiner statt erstochen wurde, Muʿāwiya wurde schwer verletzt, genas nach ärztlicher Behandlung, war aber fortan unfruchtbar. ʿĀlī b. Abi Ṭālib wurde tödlich verletzt und erlag im Jahre 661[61] nach wenigen Tagen im Alter von 63 Jahren[62] seinen Wunden.[63]

Nach dem Tode des vierten Kalifen Abi b. Abū Ṭālib riefen die Iraker seinen Sohn al-Ḥasan b. ʿĀlī zum Kalifen aus und leisteten ihm den Treueschwur.[64] Es wird berichtet, dass man Muʿāwiya in Damaskus zu jener Zeit bereits als Führer der Gläubigen[65] erachtete und den Treueeid leistete, wobei laut Bewley aus den Quellen klar hervorgeht, dass man ihm zu Lebzeiten ʿĀlīs den Treueid lediglich als Statthalter bzw. Regent von aš-Šām leistete.[66] Als al-Ḥasan erkannte, dass er ohne weiteres Blutvergießen niemals seine Macht festigen und gegen das stehende Heer Muʿāwiyas nur schwerlich etwas ausrichten konnte, schickte er ein Friedensgesuch zu Muʿāwiya. Er bot ihm das Kalifat mit der Bedingung an, dass er den Einwohnern der arabischen Halbinsel und des Irak Absolution für alle Vergehen während der Herrschaftszeit seines Vaters gewähre.[67] Muʿāwiya willigte dem ein und reiste sodann im Jahre 661[68] nach Kufa[69], wo al-Ḥasan ihm zusammen mit den Seinen den Treueeid leistet und er schließlich das Kalifat erlangte.[70]

4. Muʿāwiya als Kalif

Nachdem Muʿāwiya in Kufa 661 der Treueeid geleistet wurde, war er Kalif und alleiniger Herrscher über das damalige islamische Reich.[71] Er herrscht bis ins Jahr 680 und leitet die zweite große Expansionsperiode des Reiches ein.[72] Muʿāwiya gelang es die verfeindeten Stämme und religiösen Strömungen weitestgehend zu befrieden und herrschte als letzter Herrscher zwanzig Jahre lang ohne Widersacher.[73] Die Geschichtsschreiber legen dar, dass er eine Balance zwischen Härte und Milde herzustellen vermochte und gerecht herrschte.[74] Sowohl Zeitgenossen als auch spätere Geschichtsschreiber und Gelehrte würdigen seinen Regierungsstil.[75] Nachdem ʿĀlī b. Abū Ṭālib zuvor den Sitz des Kalifats von Medina nach Kufa[76] verlegt hatte, hatte das Kalifat nun seinen Sitz in Damaskus.

4.1. Militärische Errungenschaften während seiner Herrschaft

Das muslimische Reich erfuhr durch Muʿāwiya seine zweite große Expansion. Muʿāwiya ließ die Flotte auf etwa 2000 Schiffe aufstocken, da er erkannte, dass es ohne Beherrschung des Mittelmeeres keine Sicherheit an den Küsten und somit auch keine Expansion geben würde.[77] Auch die Armee zu Lande ließ er verstärken. Während die Flotte damit beschäftigt war, die Byzantiner im Mittelmeer zurückzudrängen, ließ er seine Armee zum Ende eines jeden Jahres ins byzantinische Reich einfallen.[78] Während seiner Herrschaftszeit fügte er den Byzantinern schwere Verluste zu und führte vielerlei kleinere Feldzüge im Osten und Westen seines Reiches.[79] Er setzte Ziyād b. Abī Sufyan[80] im Jahre 665 als Statthalter in Kufa ein, welcher dort mit Härte regierte und die innenpolitische Lage stabilisiert[81]e.[82]

Etwa um das Jahr 668[83] beschloss Muʿāwiya Konstantinopel anzugreifen. Er setzte seinen Sohn Yazīd als Oberbefehlshaber über die Armee ein. Dies war die letzte große Expedition, an welcher auch viele, bereits betagte Prophetengefährten teilnahmen.[84] Konstantinopel wurde zu Land und See belagert, und obgleich jener Feldzug nicht erfolgreich war, waren es doch die Nachwirkungen, da nach diesem Feldzug kein byzantinischer Herrscher es mehr wagte das Reich Muʿāwiyas militärisch anzugreifen.[85] Im Jahre 679 schloss Konstanin IV schließlich mit Muʿāwiya Frieden.[86]

Im Jahre 670[87] ließ Muʿāwiya die Expansion des Reiches in Richtung Nordafrika beginnen, er überfiel Sizilien und ließ im heutigen Tunesien die Stadt Qayrawān als Truppenstützpunkt für weitere Expansion errichten.

Muʿāwiya schaffte so die Voraussetzungen für die Expansion des islamischen Reiches, welches sich zum Ende der Umayyadendynastie im Westen über gesamt Nordafrika, Süd- und Zentralspanien, sowie im Osten bis nach Zentralasien und Nordindien erstreckte. [88]

4.2. Bemerkenswertes, Entwicklungen und Errungenschaften während seiner Amtszeit

Muʿāwiya b. Abī Sufyān gilt als Begründer der Monarchie im islamischen Staatswesen. Zudem legte er, wie bereits erwähnt, durch seine Militärpolitik den Grundstein für die weitere Expansion während der Herrschaft seiner Dynastie. Er befand sich beinahe 20 Jahre im Kalifenamt und viele seiner Entscheidungen beeinflussten die politische Landschaft der islamischen Reiche bis weit nach seinem Tode und teilweise bis heute. Da eine genaue Analyse seiner Errungenschaften, Dekrete und daraus resultierenden Entwicklungen den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden, seien im Folgenden lediglich einige Besonderheiten sowie einige  jener Punkte detaillierter abgehandelt, welche ihn bzw. die gesamte Regentschaftszeit der Umayyaden von der Abbesidendynastie und späteren Herrscherhäusern unterscheiden.

4.2.a. Keine autokratischen Zentralisierung

Laut Bewley herrscht in umayyadischer Zeit, insbesondere zu Zeiten Muʿāwiyas, ständiger Zugang zum Kalifen, da die Zentralisierung, wie sie später unter abbasidischer Herrschaft Einzug halten sollte, noch nicht in dieser Form vorhanden war. Obgleich Muʿāwiya nach dem Mordanschlag im Jahre 661 bezüglich seiner Person vorsichtiger wurde und hiernach die Maqṣūra[89] sowie Nachtwachen einrichtete[90], hielt er dennoch offene Tafel und die Menschen scheuten sich nicht mit Beschwerden an ihn heranzutreten, auch wenn er gerade auf der Kanzel predigte, wie aus einschlägigen Überlieferungen hervorgeht. Dies steht im großen Widerspruch zur Herrschaft der Abbasiden und späteren Herrscherhäusern.[91]

In anderer Literatur wird jedoch auf die Skrupellosigkeit in der Realpolitik sowie auf die Mawāli-Problematik verwiesen[92], was darauf hindeutet, dass spätestens nach Muʿāwiya kein uneingeschränkter Zugang zum Herrscher und Kritik an der Regierung für jedermann möglich war.

4.2.b. Eroberung und Reichsausdehnung

Wie bereits erwähnt erstreckte sich das islamische Reich zum Ende der Umayyadendynastie im Westen über gesamt Nordafrika, Süd- und Zentralspanien sowie im Osten bis nach Kabul [Zentralasien] und Sogdiana [Nordindien].[93] Dies steht im starken Kontrast zur Regentschaftszeit der Abbasiden, während derer Regentschaftszeit die Expansion des Reiches stagnierte, da sie ihr Augenmerkt eher auf die Entwicklung der Wissenschaften richteten. Muʿāwiya legte während seiner Amtszeit die Grundlage für diese Expansion.[94]

4.2.c. Muʿāwiyas Regelung seiner Nachfolge

In heutiger Zeit ist einer der Hauptkritikpunkte gegen Muʿāwiya die Regelung seiner Nachfolgerschaft, da er seinen Sohn Yazīd erwählte, ihn nach seinem Tode im Amt zu ersetzen, wodurch er den Beginn einer Dynastie einleitete. Obgleich zur Nachfolgerschaft andere, würdigere Kandidaten, wie etwa ʿAbd Allāh b. al-Zubayr, ʿAbd Allāh b. ʿUmar und auch al-Ḥusayn b. ʿĀlī b. Abū Ṭālib zur Verfügung standen, kann angenommen werden, dass Muʿāwiya aus reinem Pragmatismus heraus seinen Sohn als Nachfolger wählte und veranlasste, dass ihm bereits vor seinem eigenen Tode der Treueschwur [bayʿa] geleistet wurde.[95] Er selbst hatte mehre Unruhen innerhalb des islamischen Staatswesens bezeugt, angefangen beim Aufstand gegen Abū Bakr[96] bis hin zur Ermordung ʿUṯmān b. ʿAffāns, der Kamelschlacht und der Schlacht von Ṣiffīn. Da die Armee aš-Šāms hinter seinem Sohn Yazīd stand, hatte jener alle Möglichkeiten jedweden Aufruhr niederzuschlagen und die Einheit des Reiches zu wahren. Zum anderen führte Muʿāwiya selbst an, dass der erste Kalif Abū Bakr den zweiten Kalifen ʿUmar zu seinem Nachfolger erkoren hätte und die Wahl eines Kalifen eine Spaltung des Reiches oder Bürgerkrieg zur Folge hätte. Da Muʿāwiya ein Prophetengefährte war und somit zu den frommen Altvorderen gezählt wird, nahmen nachfolgende Herrscher gleichwelcher Dynastie sein Handeln als Legitimation für ihre Erbschaftsnachfolge, weswegen Muʿāwiya auch oft als Begründer der Monarchie[97] in den islamischen Ländern erachtet wird.[98]

Ferner setzte Muʿāwiyas Entscheidung die Herrschaft der Stammesältesten, wie sie bei den Arabern schon in vorislamischer Zeit üblich war, gänzlich außer Kraft.[99]

4.3. Muʿāwiyas Tod

Es wird überliefert, dass Muʿāwiya im Beisein seiner Familie nach etwa 80 Lebensjahren[100] im April des Jahres 680[101] einer Krankheit erlag.[102] Auf seinem Totenbett bat er mit dem Kleid, welches der Prophet ihm vermacht hatte, bekleidet zu werden und mit einigen von ihm verwahrten Fingernägel des Gottesgesandten bedeckt wurde.[103] Auch heißt es, dass er darum bat, dass ihm Fingernägel und Haare des Gottesgesandten in Mund, Augen und Nase gelegt würden.[104] Es wird überliefert, dass er sagte: „Vielleicht hat Gott aufgrund ihres Segens Mitleid mit mir.“[105] Ferner sollen die seine letzten Worte zu seiner Familie die Folgenden gewesen sein: „Fürchtet Allāh, den Erhabenen und Mächtigen, denn Allāh – gepriesen und erhaben ist er – schützt all jene, die ihn fürchten, und keinen Schutzherr gibt es für jene, welche ihn nicht fürchten.“[106] Muʿāwiyas Kalifat dauerte vom Juni 661 bis zum April 679. Er wurde in Damaskus, im Friedhof von Bāb as-Saġīr beigesetzt, wo sein Grab bis zum heutigen Tage überdauerte.[107]

5. Fazit und Schlusswort

Diese knappe Arbeit über Muʿāwiya b. Abī Sufyān erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch hat sie einen Überblick über die gesamte Umayyadendynastie verschafft, da die Quellenlage über die Frühzeit des Islam unübersichtlich ist und viele kontradiktorische Berichte vorliegen. Vor allem die spätere schiitische und abbasidische Geschichtsschreibung stellt sowohl Muʿāwiya, als auch die Umayyaden nicht objektiv dar, weswegen beides noch intensiverer Studien bedarf, da dieses negative Bild von nachfolgenden Generationen oft unreflektiert übernommen wurde.

Der Autor ist der Überzeugung, dass dieses Kapitel der Geschichte einer eingehenden Aufarbeitung bedarf, um es den Muslimen unserer Zeit zu vermitteln. In einer polarisierenden Zeit wie der Moderne, in welcher viele Muslime unbewusst einem ambiguitätsfeindlichen Fundamentalismus zum Opfer gefallen sind, ist es insbesondere wichtig, sich auf das Erbe der sunnitischen Orthodoxie besinnen, da diese meist eine ausgewogene Lösung für scheinbare Probleme mit der historischen Person Muʿāwiya oder anderen zu bieten hat. So schreibt etwa Aḥmad Sirhindī [1564-1624] in seinem Maktūbāt, dass Muʿāwiyas Handeln gegenüber ʿĀlī b. Abū Ṭālib zwar falsch war, jedoch auf dessen persönlichem Iǧtihād[108] beruhte und der falsche Iǧtihād eines Muǧtahids[109] mache jenen nicht zum Sünder [fāsiq].[110]

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Muslime auf das Erbe der sunnitischen Orthodoxie rückbesinnen, sich in historischer Kontextualisierung und Verständnis üben, auf dass sie keine vorschnellen Urteile über ihre Vorfahren fällen und ihnen Unrecht tun.

Verwendete Literatur

Al-Wâqidî, al-Imâm, The Islamic Conquest of Syria – A translation of Futûẖushâm: The inspiring history of the Saẖâbah’s conquest of Syria, translated by Mawlânâ Sulaymân al-Kindî, London, 2009

Akbarabadi, Saeed, The Rise and Fall of Muslims – From The Pious Caliphs to Abbasid Spain and Moghal Dynasties, New Delhi, 2007.

As-Suyuti, Jalal ad-Din, The History of the Khalifahs who took the right way, translated by Abdassamad Clarke, London, 2011³.

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Bauer, Thomas, Die Kultur der Ambiguität – Eine andere Geschichte des Islams, Berlin, 2011.

Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002.

Edipoglu, Kerim/Reidegeld, Abdurrahman M./Zaidan, Amir M. A., At-taariichul-islaamiy – Einführung in die islamische Geschichte, Wien, 2012.

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Kraus, Wolfgang, islamische Stammesgesellschaften – tribale Identitäten im Vorderen Orient in sozialanthropologischer Perspektive, Horn, 2003.

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Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003.

Sanaç, Dr. Fuat, Die Geschichte des Islam von Mekka bis Wien, FAY Austria, ohne Angabe, 2010


[1] Die sunnitische Orthodoxie wird in dieser Arbeit als die historisch gewachsene Mehrheit der sunnitischen Muslime seit der Zeit des Propheten Muḥammad definiert. Hierzu gehören die Anhänger der frühen, ausgestorbenen Rechtsschulen, die vier Rechtsschulen des sunnitischen Islam, die drei sunnitischen Glaubensschulen und infolgedessen die hauptsächlichen, bis heute normative Gültigkeit habenden Lehrmeinungen sowie die Sufik.

[2]Aš-Šām, Bilād aš-Šām oder auch Großsyrien bezeichnet geographisch die Region der Levante sowie West-Mesopotamien. In unserer Zeit werden die Länder Jordanien, Syrien, Libanon, Palästina und Israel zu ihr gezählt. Aš-Šām ist nicht mit dem „fruchtbaren Halbmond“ zu verwechseln, da zu jenem noch beinahe der gesamte Irak und Ägypten zählen.

[3] Für einen Einblick in die Struktur und die Funktion von Stammesgesellschaften siehe z.B. Kraus, Wolfgang, islamische Stammesgesellschaften – tribale Identitäten im Vorderen Orient in sozialanthropologischer Perspektive, Horn, 2003.

[4] Der Kürze halber geht der Autor in dieser Arbeit nicht auf die von Muʿāwiya geehelichten Frauen ein sowie auf die Kinder, welche sie ihm gebaren, da es diesbezüglich ohnehin ein Groß an Differenzen vorherrscht. Der versierte Leser möge dies in der einschlägigen Literatur nachschlagen.

[5] Für eine detaillierte Abhandlung der Banū ʾUmayyah sowie der Verwandtschaftsverhältnisse siehe z.B. Ibn Kathir; Fareed, Muneer/Le Gassick, Trevor, The Life oft he Prophet Muḥammad: al-Sira al-Nabawiyya, Libanon, 2002, z.B. S.57ff, 130ff. etc.

[6] Vgl. z. B.:

Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 1ff.

Ibn Katheer, The Caliphate of Banu Umayyah – the first Phase, Riyadh, 2012, S.113 ff.

Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 26 ff.

[7] Vgl. Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 26.

[8] Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 1.

[9] Als Beispiel für diese Feindseligkeit sei genannt, dass sie ihrem Sklaven Waḥšī die Freiheit versprach, wenn dieser ihr Herz [oder auch: Leber] vom Onkel des Propheten bringe. All dies findet sich in einschlägiger Sīra-Literatur. Sowohl Abū Sufyān als auch seine Ehefrau Hind, werden nach ihrer Konversion für ihren Einsatz am Islam hochgelobt. Abū Sufyān kämpfte standhaft an der Seite des Propheten, bei Ḥunayn und al-Wāqidī beispielsweise lobt die beiden sehr für ihren Einsatz bei der Schlacht von Yarmūk, da Hind die fliehenden Männer erneut zum Kampf anspornte, und Abū Sufyān in jener Schlacht sein letztes Auge verlor. Siehe hierzu z. B.: Al-Wâqidî, al-Imâm, The Islamic Conquest of Syria – A translation of Futûẖushâm: The inspiring history of the Saẖâbah’s conquest of Syria, translated by Mawlânâ Sulaymân al-Kindî, London, 2009, S.325 ff.

[10] Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 2.

[11] Vgl. Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 26.

[12] Vgl. Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 26.

[13] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 1.

[14] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 2.

[15] Vom Autor selbst übersetzt nach: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 6.

[16] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 6.

[17] Vgl. Ibn Katheer, The Caliphate of Banu Umayyah – the first Phase, Riyadh, 2012, S.113.

[18] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 3.f.

[19] Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 27.

[20] Qaysariyyah.

[21] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 6.

Für eine detaillierte Beschreibung der Schlachten und Eroberungen, sowie Muʿāwiyas Rolle in Kriegen, die er nicht selbst anführte, siehe als eine sehr frühe Quelle: Al-Wâqidî, al-Imâm, The Islamic Conquest of Syria – A translation of Futûẖushâm: The inspiring history of the Saẖâbah’s conquest of Syria, translated by Mawlânâ Sulaymân al-Kindî, London, 2009.

[22] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 6.

Und: Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 27.

[23] Vgl. Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 27.

[24] Vgl. Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 27 ff.

[25] Einige dieser Überlieferungen finden sich beispielweise bei:

Ibn Katheer, The Caliphate of Banu Umayyah – the first Phase, Riyadh, 2012, S.113 ff.

Ferner bei al-Wāqidī, al-Balāḏurī, Ibn Saʿd, aṭ-Ṭabarī und anderen.

[26] Vom Autor selbst übersetzt nach: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 4.

[27] Vom Autor selbst übersetzt nach: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 8.

[28] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 11.

[29] Vgl. Edipoglu, Kerim/Reidegeld, Abdurrahman M./Zaidan, Amir M. A., At-taariichul-islaamiy – Einführung in die islamische Geschichte, Wien, 2012, S. 59.

[30] Qinnasrin, ca. 25 km südlich von Aleppo gelegen.

[31] Vgl. Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, S.167 ff.

Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 7. u.a.

[32] Vgl. Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, S.238.

Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 7. u.a.

[33] Der beiden Kalifen ʿUmar und ʿUṯmān. Der vierte Kalif ʿĀlī b. Abū Ṭālib tadelte ihn selbstredend, da Muʿāwiya sich dessen Herrschaftsanspruch aufgrund des Todes ʿUṯmāns und den hieraus folgenden Streitpunkten nicht bedingungslos fügen wollte.

[34] Den einzigen Tadel, welchen der Autor ausfindig machen konnte, war der religiöse Tadel des zweiten Kalifen ʿUmar. Jener tadelte, wie auch andere Prophetengefährten, welche der Welt entsagt hatten, Muʿāwiya für sein annehmliches Leben, seinen Prunk und Reichtum. Als Muʿāwiya jedoch erklärte, dass er dies nur täte, um dem Feind zu imponieren, da dieser ja direkt an seine Provinz grenzte, ließ ʿUmar ihn walten. Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 9, oder auch Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010.

Zu erwähnen ist, dass einige spätere Gelehrte ihn kritisierten, unter ihnen auch sogenannte "sunnitische Gelehrte”, da die Spaltung beziehungsweise Unterscheidung von Sunniten und Schiiten ein Prozess mehrerer Jahrhunderte andauernder Differenzierung war.

[35] Vom Autor selbst übersetzt nach: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 9.

[36] Beide waren als sehr milde und nachsichtige Herrscher bekannt.

[37] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 9, 33.

[38] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 11.

[39] Vgl. Endreß, Gerhard, Der Islam in Daten, München, 2006, S.26.

[40] Qaysariyyah

[41] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 10 ff.

Und: Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, z. B.: S. 125ff., 175ff.

[42] Vgl. Endreß, Gerhard, Der Islam in Daten, München, 2006, S.26.

[43] Rahman nennt als Jahr 653, siehe: Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003, S.80.

[44] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 10 ff.

Und: Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, z. B.: S.243ff.

Ibn Kaṯīr erwähnt auch die unterschiedlichen Ansichten der Geschichtsschreiber, da sich jene uneins sind, in welchem Jahr die Eroberung stattgefunden hat.

[45] Vgl. Endreß, Gerhard, Der Islam in Daten, München, 2006, S.27.

[46] Für einen relative genauen Bericht des gesamten Hergangs, von der Ermordung ʿUṯmāns bis zur Kamelschlacht siehe z. B.: Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, S.263-352-361

[47] Vgl. Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003, S.84.

[48] Vgl. Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, S.352-361

[49] Vgl. As-Suyuti, Jalal ad-Din, The History of the Khalifahs who took the right way, translated by Abdassamad Clarke, London, 2011³, S.191 ff.

[50] Vgl. Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003, S.85.

[51] Vgl. Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, S.359ff.

[52] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 21.

[53] Sowohl Ibn Kaṯīr, als auch ạṣ-Ṣuyūṭī benutzen hier das Wort „maṣāḥif/muṣḥaf“, in den Übersetzungen ist von Koranexemplaren die Rede. Aufgrund der wörtlichen Bedeutung, der Schwere und Kostbarkeit der Bücher, hält es der Autor für wahrscheinlicher, dass man nur einzelne, oder mehrere Seiten an den Lanzen befestigte.

[54] Vgl. Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, S.382.

Oder auch: As-Suyuti, Jalal ad-Din, The History of the Khalifahs who took the right way, translated by Abdassamad Clarke, London, 2011³, S.191.

[55] Eine knappe Zusammenfassung über das Schiedsgericht findet sich bei: Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003, S.87f.

[56] Ḫawāriǧ, religiöse Oppositionsbewegung, welche im heutigen Südirak entstand. Besondere Berühmtheit erlangten sie für ihre rigorose Auslegung der heiligen Schriften und ihrer Leichtfertigkeit anderen Muslimen den Glauben abzusprechen. Siehe hierzu beispielsweise: aš-Šahrastānī, Muḥammad b. ʿAbd al-Karīm, Religionspartheien und Philosophen-Schulen zum 1. Male vollst. aus d. Arab. Übers. u. mit erkl. Anm. vers. Von Theodor Haarbrücker, Halle, 1851, S. 128-158 [online verfügbar: http://archive.org/stream/abulfathmuhamma00unkngoog#page/n153/mode/2up [letzter Aufruf 28.04.2014]]

[57] Vgl. Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, S.387-ca.433.

Oder auch: As-Suyuti, Jalal ad-Din, The History of the Khalifahs who took the right way, translated by Abdassamad Clarke, London, 2011³, S.191 ff.

[58] Vgl. Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003, S.90.

[59] ʿAmr b. al-ʿĀs spielte als Verbündeter Muʿāwiyas zusammen mit seinem Sohn ʿAbd Allāh sowohl vor, als auch nach Fitnah eine gewichtige Rolle, da auch er ein einflussreicher Feldherr war und beispielsweise Ägypten eroberte. Leider kann auf seine Person im Rahmen dieser Arbeit nicht eingegangen werden, da es den Rahmen sprengen würde.

[60] Laut aṣ-Ṣuyūṭī war es der siebzehnte Ramaḍān des vierzigsten Jahres nach der Auswanderung des Propheten. Siehe: As-Suyuti, Jalal ad-Din, The History of the Khalifahs who took the right way, translated by Abdassamad Clarke, London, 2011³, S.192.

[61] Vgl. Endreß, Gerhard, Der Islam in Daten, München, 2006, S.27.

[62] Über das Todesalter ist man sich uneins. Aṣ-Ṣuyūṭī gibt noch 64, 57 und 58 an, andere Autoren noch mehr. Vgl. As-Suyuti, Jalal ad-Din, The History of the Khalifahs who took the right way, translated by Abdassamad Clarke, London, 2011³, S.194.

[63] Vgl. für eine detaillierte Beschreibung der Attentate:

Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, S.433ff.

Eine umfassende Gesamtübersicht über die Schlacht von Ṣiffīn bietet:

Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 20-28.

[64] Vgl. Ibn Kathir, The Lives of the noble Calips, translated by Rafiq Abdur Rehman, Karachi, 2010, S.480ff.

[65] Amīr al-muʾminīn

[66] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 28.

[67] Vgl. As-Suyuti, Jalal ad-Din, The History of the Khalifahs who took the right way, translated by Abdassamad Clarke, London, 2011³, S.214.

[68] Vgl. Endreß, Gerhard, Der Islam in Daten, München, 2006, S.27.

[69] Er betrat Kufa am 25. Rabīʿ al-āḫir, vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 30.

[70] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 30.

As-Suyuti, Jalal ad-Din, The History of the Khalifahs who took the right way, translated by Abdassamad Clarke, London, 2011³, S.214.

[71] Vgl. Edipoglu, Kerim/Reidegeld, Abdurrahman M./Zaidan, Amir M. A., At-taariichul-islaamiy – Einführung in die islamische Geschichte, Wien, 2012, S. 59.

[72] Vgl. Endreß, Gerhard, Der Islam in Daten, München, 2006, S.28.

[73] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 31.

[74] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 31ff.

[75] Für Lob von Zeitgenossen und Gelehrten siehe z. B.: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 46f.

[76] Vgl. Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003, S.85.

[77] Vgl. Edipoglu, Kerim/Reidegeld, Abdurrahman M./Zaidan, Amir M. A., At-taariichul-islaamiy – Einführung in die islamische Geschichte, Wien, 2012, S. 59.

[78] Vgl. Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 32f.

Und: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 48-52

[79] Für eine Auflistung seiner militärischen Aktivitäten siehe: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 50f.

[80] Auch Ziyād b. Abīhi, Sohn einer Sklavin. Muʿāwiya sprach ihm die Abstammung seines Vaters zu, da jener mit dessen Mutter in vorislamischer Zeit verkehrt war. Dies führte zu einigem Disput, siehe hierzu z.B. Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 31f.

[81] Vgl. Ibn Katheer, The Caliphate of Banu Umayyah – the first Phase, Riyadh, 2012, S.34.

[82] Vgl Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 3

[83] In der Literatur finden sich hier unterschiedliche Jahreszahlen, die Belagerung von Konstantinopel mag sich wohl zwischen 666 und 670 betragen haben.

[84] Wie z.B. Abū Ayyūb al-Anṣārī, ʿAbd Allāh b. ʿUmar, ʿAbd Allāh b. Zubayr, ʿAbd Allāh b. ʿAbbās und weitere.

[85] Vgl. Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 33.

[86] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 52

[87] Auch hier finden sich in der Literatur unterschiedliche Datierungen, obige Jahreszahl entstammt aus: Endreß, Gerhard, Der Islam in Daten, München, 2006, S.28.

[88] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 59ff.

Und: Endreß, Gerhard, Der Islam in Daten, München, 2006, S.28-32.

[89] Maq̦ṣūra; bezeichnet einen für den Herrscher abgetrennten Bereich im Gebetraum einer Moschee, welcher sich in der Regel nah zu Kanzel [Minbar] befand.

[90] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 28.

[91] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 68ff.

[92] Vgl. Edipoglu, Kerim/Reidegeld, Abdurrahman M./Zaidan, Amir M. A., At-taariichul-islaamiy – Einführung in die islamische Geschichte, Wien, 2012, S. 61.

[93] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 59ff.

Und: Endreß, Gerhard, Der Islam in Daten, München, 2006, S.28-32.

Sowie: Edipoglu, Kerim/Reidegeld, Abdurrahman M./Zaidan, Amir M. A., At-taariichul-islaamiy – Einführung in die islamische Geschichte, Wien, 2012, S. 59.

[94] Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 59ff.

[95] Vgl. Edipoglu, Kerim/Reidegeld, Abdurrahman M./Zaidan, Amir M. A., At-taariichul-islaamiy – Einführung in die islamische Geschichte, Wien, 2012, S. 60.

[96] Die Ridda-Kriege zu Beginn seiner Amtszeit.

[97] Vgl. Ibn Katheer, The Caliphate of Banu Umayyah – the first Phase, Riyadh, 2012, S.21.

Dort heißt es: “Die erste Monarchie begann mit der Herrschaft Muʿāwiyas, was ihn zum ersten König im Islam, sowie zum besten von allen [Königen] macht.” [Vom Autor selbst übersetzt.]

[98] Vgl. für den gesamten Abschnitt: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 58ff.

Und: Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003, S.98.

Sowie: Najeebabadi, Maulana Akbar Shah Khan, History of Islam Vol. II, Karachi, 2001, S. 35ff.

[99] Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003, S.98.

[100] Rahman, H.U., A Chronology of Islamic History, London, 2003, S.85. spricht von 75 Lebensjahren.

[101] Im Raǧab 60 A.H.

[102] Für eine ausführliche Beschreibung seines Verscheidens siehe z. B.: Ibn Katheer, The Caliphate of Banu Umayyah – the first Phase, Riyadh, 2012, S.122-127.

[103] Vgl. Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 45.

[104] Vgl. Ibn Katheer, The Caliphate of Banu Umayyah – the first Phase, Riyadh, 2012, S.124f.

[105] Vom Autor selbst übersetzt nach: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 45.

[106] Vom Autor selbst übersetzt nach: Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 45.

[107] Bewley, Aisha, Mu’awiya – Restorer of the Muslim Faith, London, 2002, S. 46.

[108] Iǧtihād, das Bemühen eines qualifizierten Individuums ein Rechtsurteil oder eine Handlungsnorm abzuleiten.

[109] D.h. eines Iǧtihād treibenden.

Muʿāwiya wird von Aḥmad Sirhindī, und der Mehrheit der sunnitischen Gelehrten wie alle Prophetengefährten als Muǧtahid erachtet.

[110] Der betreffende Brief aus Sirhindīs Maktūbāt wurde von Muhammed F. Bayraktar ins Deutsche übertragen, siehe hierzu: URL: http://www.ahlu-sunnah.de/attachments/206_ImamRabbaniBrief54.pdf [letzter Aufruf: 02.05.14]

Sirhindī erwähnt dies in seinem Maktūbāt noch an mehreren Stellen.