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Die Methodik der Ahl as-Sunnah wa-l-Ğamāʿah

Von: Imām Tāğ ad-Dīn al-Subkī | Übersetzer: H. Citlak
Montag, 1 Mai, 2017 | In: Glaubensgrundlagen (ʿAqīdah)

Mit freundlicher Erlaubnis entnommen von ahlu-sunnah.de

Wisse, dass die Ahl as-Sunnah wa-l- Ğamāʿah1 sich im Glauben darüber einig sind, was bezüglich Allāh notwendig, möglich und unmöglich ist, wobei sie uneinig über die Methoden und Fundamente sind, welche zu jenen führen.  

Allgemein werden sie [Ahl as-Sunnah wa-l-Ğamāʿah] in drei Gruppen unterteilt, was durch ein umfangreiches Studium der Quellen [istiqrā‘] festgestellt wurde. 

1. Die Leute des Hadith. Ihre grundsätzlichen Fundamente sind die offenbarten Beweise (adillah al-samʿīyah) und damit meine ich das Buch [der Koran, Anm. d. Red.], die Sunnah und den Iğmāʿ (Konsens). 

 

2. Die Leute der rationalen Untersuchung und Überlegung. Sie sind die Ašʿarī's und die Ḥanafī's2 [die Māturīdī's]. Der Scheich der Asch’aris ist: Abu al-Ḥassān al-Ašʿarī. Der Scheich der Ḥanafī's ist Abu Manṣūr al-Māturīdī. Sie sind sich bezüglich der Fundamente des samʿīyat (offenbartes Wissen), welches der Verstand nur als rational möglich erachten kann, und auch in den Gebieten, wo diese zwei (rationales und offenbartes Wissen) kombiniert sind, einig. Sie sind sich in allen Gebieten des Glaubens einig, außer in den Punkten takwīn3 und taqlīd [inʿaqīdah]. 

 

3. Die Leute der verzückten Erfahrung (wağd) und Enthüllung. Und sie sind die Ṣūfī's. Ihre Fundamente sind die Fundamente der Leute der rationalen Untersuchung und Hadith am Anfang und am Ende die der Inspiration (ilhām) und Enthüllung. 

 

1 Auszug aus Imām Tāğ ad-Dīn al-Subkī's Erläuterung zum Glaubenswerk von Ibn Ḥāğib.

2 In Muʿīd al-Niʿām wa-Mubīd al-Niqām sagt Imām Tāğ ad-Dīn al-Subkī: „Und die Ḥanafī's, Šāfiʿī's, Mālikī's und die tugendhaften Ḥanbalī's, gelobt sei Allah, sind eine Hand in Dingen des Glaubens, keiner weicht davon ab, außer den erniedrigten der Ḥanafī's und Šāfiʿī's, welche sich den Leuten des iʿtizāl angeschlossen haben, und den erniedrigten der Ḥanbalī's welche sich den Leuten des tağsīm angeschlossen haben. Und Allah hat die Mālikī's verschont, denn wir haben keinen Mālikī gesehen, der nicht Ašʿarī war im Glauben.“

3 Takwīn: wörtlich "Erschaffen". Dies bezieht sich auf die Meinungsverschiedenheit zwischen den Ašʿarī's und Māturīdī's bezüglich Allahs Schöpfung. 1) takwīn ist nach den Ašʿarī's eine Eigenschaft der Handlung, und nicht ewig sondern erscheint erst 2) takwīn nach den Māturīdī's ist von den ewigen Eigenschaften. 

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